Ausstellung des Geschichtskreises Otzenrath-Spenrath:

Das alte Otzenrath

Am 9. und 10. Mai 2009 fand die 1. Ausstellung des Geschichtskreises im evangelischen Gemeindezentrum in Otzenrath an der Hofstraße statt.

Der älteste Fund des alten Ortes, der Mammutzahn, wurde nach der Restaurierung ausgestellt. Eine ausführliche Beschreibung des Objektes und seine aufwändige Aufarbeitung gehörte zu einem Bereich der Ausstellung.

Ein weiterer Bereich zeigte, mit Unterstützung der Bodendenkmalpflege des Landschaftsverbandes, die Urkunden mit den ersten Berichten über Otzenrath und die bisherigen Erkenntnisse aus den Ausgrabungen im alten Dorfzentrum.

Eine sehr interessante Aufstellung über die vielfältigen Handwerksbetriebe und Geschäfte rundete diese Ausstellung ab. Sie zeigte, dass man im alten Otzenrath von der goldenen Uhr über in Otzenrath gefertigte Zigarren bis zu kunstvollen Hüten fast alles kaufen konnte.

Der Eintritt zu der Ausstellung war frei. Die Mitglieder des Geschichtskreises standen an beiden Tagen für Erläuterungen zu den Themen zur Verfügung.

 

Das Plakat zur Ausstellung

 

Bilder vom Aufbau der Ausstellung

Die Tafeln und Vitrinen sowie Modelle wurden von Mitgliedern
des Geschichtskreise im evangelischen Gemeindezentrum aufgebaut.
Zum Abschluss gab es dann auch eine Stärkung (Bild unten rechts) für 
Josef Stessen, Hubert Stessen, Josef Brockerhoff,
Konrad Eickels und Gert Behr

 

Die Eröffnung

Zur Eröffnung der Ausstellung begrüßte Pfarrer Hans Günter Schmitz als Hausherr und Mitglied des Geschichtskreises in einer kurzen  Rede die vielen Gäste. Besonders hervorgehoben wurden der "trotz Garzweiler Kirmes" erschienene Ehrenbürgermeister Peter Giesen und die Bürgermeisterin Margarete Kranz.

Bei einem Glas Orangensaft, Sekt oder Wasser, von den Damen des Geschichtskreises angeboten, wurde die Ausstellung von den Gästen und Otzenrathern sehr interessiert betrachtet.

Die Ausstellung

Anschließend waren die Mitglieder des Geschichtskreises ständig im Einsatz, um Erklärungen zu geben und Fragen zu beantworten. Besonders in der Galerie über die alten Gewerbe und Geschäfte wurde rege über die dargestellten Personen diskutiert. Viele Besucher der älteren Generation erkannten immer wieder Personen und konnten Anekdoten wiedergeben.

Am ersten Tag fanden sich ca. 75 Besucher ein. Besonders die Bilder und Dokumente zu den Otzenrather Gewerbebetrieben boten viel Gelegenheit zum Betrachten und Diskutieren über alte Zeiten.

Am zweiten Tag wurde der Geschichtskreis von über 200 Besuchern positiv überrascht. Auch viele ehemalige Otzenrather fanden den Weg in die Ausstellung.

Besuch der Janusz-Korzcak-Grundschule

Die Schulleiterin der Janusz-Korzcak-Grundschule, Frau Irmgard Burg, war von der Ausstellung sehr angetan. Sie regte an, die Ausstellung noch bis zum Montag zu verlängern, um mit den vierten Klassen eine Schulstunde zur Geschichte Otzenraths hier durchzuführen. Dieser Besuch der Schulkinder fand auch in der Presse ein positives Echo. Die Veröffentlichung in der Rheinischen Post ist exemplarisch abgebildet.

Gespannt verfolgten die Kinder die Erläuterungen zum 50.000 Jahre alten Mammutzahn und zu seiner Restaurierung. Weiter wurden auch die Keramikfunde und der Reitersporn eines Adeligen aus dem alten Ort bewundert.

Die Dokumente über die erste Erwähnung Otzenraths und die Urkunde des Kaufvertrags des Kapitelshofes mit vielen angehängten Siegeln gaben zu vielen Fragen Anlass. Auch die Karten und Darstellungen der Ergebnisse der Ausgrabung im Dorfzentrum wurden interessiert aufgenommen. Fast alle Kinder haben schließlich im alten Dorf ihre Kindergartenzeit und den Beginn der Schulzeit erlebt. Es wurden auch viele Fragen zu diesem Bereich gestellt. Warum waren in der Kirche so viele Gräber? Haben wir bei den Schulmessen auf diesen Gräbern gesessen? Was war mit den Brunnen? Spannend war zum Beispiel auch die Erklärung zu dem unter der Kirche gefundenen Münzschatz. Der Mann, der den Geldbeutel im Dreißigjährigen Krieg, bei den Hessenüberfällen, versteckt hat, ist wahrscheinlich zu Tode gekommen und konnte dadurch den Schatz nicht wieder abholen.

Ebenfalls sehr interessiert wurden die Erklärungen verfolgt zu den Fluchttunneln, die auch im Dreißigjährigen Krieg angelegt wurden. Diese Erdtunnel sind zum Teil bis zum Abbaggern des Ortes erhalten geblieben. Ein beleuchtetes Modell dieser Fluchttunnel war natürlich von allen Schülern umlagert.

Zum Schluss konnten die Schüler eine umfangreiche Bildergalerie zu den Geschäften und Gewerbetreibenden des Ortes bewundern. Die Zeit der Pferdetransporte und des Handwerks wurde bestaunt, ebenfalls einige Dorforiginale.

Der Besuch der Schulklassen hat den Kindern mit ihren Lehrern und auch den Mitgliedern des Geschichtskreises, die zu Erklärungen zur Verfügung standen, sehr viel Freude bereitet.

 

 

 

Dank

Der Geschichtskreis bedankt sich bei der Dorfgemeinschaft, der Gemeinde Jüchen und der evangelischen Kirchengemeinde für ihre Unterstützung. Besonders ist auch dem Amt für Bodendenkmalpflege des Landschaftsverbandes zu danken, das viele Unterlagen, Funde und Modelle zur Verfügung stellte. Ebenfalls bedanken möchten wir uns bei Ernst Krapohl, der sich für den Transport der Materialien zur Verfügung stellte.

(Alle Fotos: Gert Behr)